
Wärmedämmung – was steckt wirklich dahinter?
Eine Fassadendämmung ist weit mehr als das Anbringen von Dämmplatten.
Sie ist ein technisch abgestimmtes Gesamtsystem, das Wärmeverluste reduziert, die Bausubstanz schützt und den Wohnkomfort deutlich verbessert.
Richtig ausgeführt senkt sie dauerhaft Heizkosten, verhindert Wärmebrücken und schützt die Fassade vor Witterung, Feuchtigkeit und Rissbildung.
Entscheidend ist nicht nur der Dämmstoff, sondern der fachgerechte WDVS-Systemaufbau.
Jeder Arbeitsschritt baut auf dem vorherigen auf.
Fehler bei Verklebung, Verdübelung oder Armierung führen später zu Rissen, Ablösungen oder Feuchteschäden – unabhängig davon, wie gut der Dämmstoff selbst ist.
Wir betrachten jedes Gebäude einzeln: Untergrund, Baualter, Nutzung, Feuchtebelastung und energetische Anforderungen.
Auf dieser Basis wählen wir den passenden Dämmstoff und setzen das System nach aktuellen technischen Regeln um. Das Ergebnis ist keine „optische Sanierung“, sondern eine dauerhafte, funktionierende Fassadenlösung, die Energie spart, die Substanz schützt und den Wert Ihrer Immobilie langfristig steigert.
Vorteile & Nachteile der Dämmstoffe
Holzfaserdämmplatten WLG 038-050
Vorteile:
Sehr gutes Raumklima, diffusionsoffen
Hoher Hitzeschutz im Sommer
Nachhaltig, ökologisch sinnvoll

Nachteile:
Teurer als EPS
Höheres Gewicht
Größere Wandstärken nötig
EPS-Dämmplatten (Styropor) WLG 031-035
Vorteile:
Günstig und wirtschaftlich
Sehr gute Dämmleistung
Leicht, schnell zu verarbeiten
Bewährter Standard im WDVS

Nachteile:
Brennbar (mit Brandschutzmaßnahmen)
Geringerer Schallschutz
Weniger diffusionsoffen als Mineralwolle/Holzfaser
Resol-Dämmplatte WLG 019-024
Vorteile:
Sehr hohe Dämmleistung bei geringer Stärke
Platzsparend bei begrenztem Wandaufbau
Maßhaltig und formstabil

Nachteile:
Deutlich teurer als EPS und Mineralwolle
Schlechteres Brandverhalten als Mineralwolle
Weniger robust bei mechanischer Belastung
Mineralwolldämmplatten WLG 032-045
Vorteile:
Nicht brennbar (Brandschutz A1)
Sehr guter Schall- und Wärmeschutz
Diffusionsoffen

Nachteile:
Teurer als EPS
Höherer Verarbeitungsaufwand
Empfindlicher bei unsauberer Ausführung
XPS-Dämmplatte WLG 029-037
Vorteile:
Extrem druckfest
Feuchteunempfindlich
Ideal für Sockel- und erdberührte Bereiche

Nachteile:
Nicht diffusionsoffen
Teurer als EPS
Nicht für komplette Fassaden gedacht
Kalziumsilikat-Dämmplatten WLG 065–070
Vorteile
Kapillaraktiv, feuchteregulierend
Schimmelhemmend
Diffusionsoffen

Nachteile
Schwächere Dämmleistung
Höhere Aufbauhöhe nötig
Teurer
Fassadendämmung
1.Untergrund vorbereiten
Eine fachgerechte Fassadendämmung beginnt immer mit der Vorbereitung des bestehenden Fassadenuntergrunds.
Verschmutzungen, Algen, lose Altanstriche oder kreidende Oberflächen verhindern eine sichere Haftung des WDVS und führen später zu Ablösungen oder Schäden.
Die Fassade wird zunächst gründlich gereinigt, in der Regel mit Hochdruck, um Schmutz, Bewuchs und nicht tragfähige Schichten vollständig zu entfernen. Anschließend wird der Untergrund geprüft und – je nach Zustand – mit einer geeigneten Grundierung vorbehandelt.
Die Grundierung verfestigt den Untergrund, reguliert die Saugfähigkeit und schafft eine gleichmäßige Haftfläche für die nachfolgenden Arbeitsschritte.
Nur ein sauberer, tragfähiger und korrekt grundierter Untergrund gewährleistet, dass die Dämmplatten dauerhaft halten und das gesamte Dämmsystem langfristig funktioniert.

2.Dämmplatten verkleben
Nach der Untergrundvorbereitung werden die Dämmplatten fachgerecht auf die Fassade aufgebracht.
Die Verklebung erfolgt systemabhängig vollflächig oder im Rand-Wulst-Punkt-Verfahren, um eine gleichmäßige Lastverteilung und sichere Haftung zu gewährleisten.
Hohlräume hinter den Dämmplatten werden konsequent vermieden, da sie Wärmebrücken begünstigen und die Dämmwirkung deutlich verschlechtern.
Die Platten werden im Verband angesetzt, sauber ausgerichtet und stoßfrei verarbeitet.
Versätze, offene Fugen oder Kreuzfugen werden vermieden.
Eine korrekt verklebte Dämmung bildet die Grundlage für ein dauerhaft funktionierendes WDVS und ist entscheidend für die spätere Stabilität, Energieeffizienz und Langlebigkeit der gesamten Fassade.
3.Dämmplatten verdübeln
Nach der Verklebung werden die Dämmplatten zusätzlich mechanisch befestigt.
Die Verdübelung ist ein zwingender Bestandteil eines dauerhaft sicheren WDVS und schützt die Fassade vor Windsogkräften, Temperaturspannungen und langfristigen Bewegungen im Untergrund.
Es kommen zugelassene Thermodübel zum Einsatz, die je nach Untergrund, Dämmstoff und Gebäudehöhe in Anzahl und Setztiefe exakt berechnet werden.
Die Dübel werden bündig oder versenkt gesetzt, um Wärmebrücken zu vermeiden und eine ebene Oberfläche für die nachfolgenden Schichten zu gewährleisten.Die fachgerechte Verdübelung erhöht die Stabilität des gesamten Systems erheblich und stellt sicher, dass die Dämmung auch nach vielen Jahren fest und schadensfrei an der Fassade sitzt.
4.Armierungsschicht & Gewebe
Auf die befestigten Dämmplatten wird eine vollflächige Armierungsschicht aus systemzugehörigem Klebe- und Armierungsmörtel aufgetragen.
In diese frische Schicht wird ein alkalibeständiges Glasfasergewebe mittig eingebettet.
Das Gewebe nimmt Spannungen auf, verhindert Rissbildung und sorgt für eine gleichmäßige Lastverteilung über die gesamte Fassadenfläche.
Überlappungen, Kanten, Fenster- und Türbereiche werden besonders sorgfältig ausgeführt, da hier erhöhte Belastungen auftreten.
Die Armierungsschicht bildet die tragende Basis für den Oberputz und ist entscheidend für die Dauerhaftigkeit, Schlagfestigkeit und Risssicherheit des gesamten Fassadensystems.

5.Oberputz & Fassadenoberfläche
Nach ausreichender Trocknung der Armierungsschicht wird der Oberputz aufgetragen.
Er schützt das WDVS dauerhaft vor Witterungseinflüssen und verleiht der Fassade ihre endgültige Optik.
Je nach Wunsch kommen unterschiedliche Putzarten, Körnungen und Strukturen zum Einsatz.
Der Oberputz wird gleichmäßig aufgebracht und fachgerecht strukturiert, sodass eine geschlossene, widerstandsfähige Oberfläche entsteht.
Eine korrekt ausgeführte Oberputzschicht sorgt für langfristigen Schutz, hohe Witterungsbeständigkeit und ein sauberes, hochwertiges Erscheinungsbild der Fassade.

6.Fassadenanstrich
Ergänzend zum Oberputz kann ein zusätzlicher Fassadenanstrich ausgeführt werden.
Dieser dient nicht der Optik allein, sondern erhöht den Schutz der Oberfläche gegen Feuchtigkeit, Verschmutzung und Algenbewuchs.
Je nach Anforderung kommen hochwertige Silikonharz- oder Lotusanstriche zum Einsatz.
Diese reduzieren die Wasseraufnahme, verbessern die Selbstreinigung der Fassade und verlängern die Lebensdauer des gesamten Systems.
Ein fachgerecht ausgeführter Fassadenanstrich sorgt für eine dauerhaft saubere Optik, geringeren Pflegeaufwand und zusätzlichen Werterhalt der Immobilie.
Innendämmung
1. Untergrund vorbereiten
Eine fachgerechte Innendämmung beginnt mit der akribischen Prüfung des Bestandsuntergrunds. Tapeten, Altanstriche oder Gipsputze müssen vollständig entfernt werden, da sie die Diffusionsfähigkeit einschränken oder die Haftung gefährden könnten. Besonderes Augenmerk liegt auf der Trockenheit: Bestehender Schimmelbefall muss tiefenrein beseitigt werden. Je nach Saugfähigkeit wird die Wand grundiert oder egalisiert. Diese Vorbereitung ist bei der Innendämmung kritisch, da der neue Wandaufbau später direkt mit der Raumfeuchte interagiert und eine perfekte Verbindung zwischen Dämmung und Mauerwerk bestehen muss.
2. Dämmplatten verkleben
Im Gegensatz zur Außenfassade werden Innendämmplatten ausnahmslos vollflächig mit systemzugehörigem Klebemörtel verklebt. Das Rand-Wulst-Punkt-Verfahren ist hier nicht zulässig, da Hohlräume hinter der Dämmung zur Kondensatbildung führen würden. Die Platten werden im Verband angesetzt und fugenfrei verarbeitet. Eine hohlraumfreie Verklebung stellt sicher, dass keine warme Raumluft hinter die Dämmung gelangt, wodurch Schimmelbildung hinter dem System effektiv unterbunden wird.
3. Anschlüsse & Detailbereiche ausführen
Die Ausbildung der Details ist das Herzstück der Innendämmung. Fensterlaibungen, Deckenanschlüsse und einbindende Innenwände werden mit speziellen Dämmkeilen oder Anschlussprofilen thermisch entkoppelt. Ohne diese präzise Detailarbeit entstehen punktuelle Kältebrücken, die das Risiko von Tauwasserausfall in den Ecken erhöhen. Eine fachgerechte Ausführung sorgt dafür, dass die Wärmedämmung als geschlossene Hülle funktioniert und das Bauteil dauerhaft schützt.
4. Armierungsschicht & Gewebe
Nach der Verklebung wird eine Armierungsschicht aufgetragen, in die ein alkalibeständiges Glasfasergewebe eingebettet wird. Diese Schicht dient als statisches Bindeglied im Wandaufbau. Das Gewebe fängt Spannungen aus der thermischen Belastung auf und verhindert Risse in der Oberfläche. Gerade im Innenbereich ist eine planebene und stabile Armierung die Voraussetzung für eine hochwertige Optik der späteren Wohnraumwände.
5. Diffusionsoffener Oberflächenaufbau
Nach der Trocknung erfolgt der Auftrag des Oberputzes oder einer mineralischen Feinspachtelung. Das gesamte System ist bei der Innendämmung auf das Diffusionsverhalten (Atmungsaktivität) abgestimmt. Es kommen kapillaraktive Materialien zum Einsatz, die Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und bei Lüftung wieder abgeben können. Dies reguliert das Raumklima natürlich und sorgt für eine behagliche Wohnatmosphäre ohne "Baracken-Klima".
6. Systemkonformer Innenanstrich
Den Abschluss bildet ein systemkonformer Anstrich, meist auf Silikat- oder Kalkbasis. Es ist entscheidend, dass keine absperrenden Dispersionsfarben verwendet werden, um die Diffusionsfähigkeit des Systems nicht zu blockieren. Diese speziellen Anstriche sind hoch atmungsaktiv, schimmelwidrig und unterstützen die feuchteregulierenden Eigenschaften der Innendämmung dauerhaft.
KONTAKTIEREN SIE UNS
TELEFON
ABGEDECKTE GEBIETE
Augsburg
Pforzheim
Stuttgart
München
Landau
Frankfurt
